©Tierarztpraxis Dr. Jörg Schwenke, Goethestr.6, 67227 Frankental 2017
Tierarztpraxis Dr. Jörg Schwenke

Der Igel

Pro Igel Hotline: Tel.: 08382 – 3021 6023 6024 Faxabruf: 08382 - 3022     

 Kleine Igelbiologie

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Insektenfressende Winterschläfer. Erwachsene Igel haben eine

Körperlänge von 24-28cm und wiegen 800-1500g. Ausgewachsene Igel haben rund 6000 bis 8000

Stacheln.

Sie haben einen hervorragenden Geruchssinn, wodurch sie Artgenossen und Nahrung finden. Das Gehör

ist ebenso sehr ausgeprägt und reicht weit in den Ultraschallbereich hinein. Ihr Sehvermögen ist

dagegen nur mäßig. Das Jacobsonsche Organ ist ein zusätzliches Sinnesorgan. Trifft ein Igel auf einen

ihm unbekannten Stoff oder Geruch, benagt und beriecht er diesen bis schaumiger Speichel entsteht.

Danach spuckt er den Speichel auf seinen Rücken.

Die Paarungszeit der Igel liegt zwischen Mai und August. Nach einer Tragezeit von 35 Tagen kommen

etwa 4 Junge zur Welt, die ca. 12-25g wiegen.

Im Winterschlaf liegt die Herztätigkeit bei ca. 8 Schlägen pro Minute (sonst 180 Schl.p.M.), der Atem

lediglich bei 3-4 mal pro Minute. (Sonst 40-50 mal pro M.). Die Körpertemperatur sinkt von 36 Grad auf

5 Grad, ist aber immer höher als dir Umgebungstemperatur.

Während des Winterschlafes verliert ein Igel 20 bis 40% seines Körpergewichts.

Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 2-4 Jahren.

Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber jede Hilfe muss richtig sein!

Igelfinder mögen sich bitte unbedingt umgehend mit einem Tierarzt oder Igelstation in Verbindung

setzen um fachkundigen Rat und medizinische Hilfe einzuholen, damit Kranke oder Verletzte Tiere

nicht zu einem qualvollen Tod verurteilt sind.

Nach § 20 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es erlaubt, verletzte oder kranke Tiere aufzunehmen und

gesund zu pflegen. Wenn es der Zustand der Tiere erlaubt sind sie unverzüglich wieder auszuwildern.

Ob ein Igel im Spätherbst aufgenommen werden muss hängt nicht nur von seinem Körpergewicht ab.

Bei einem Körpergewicht von unter

    unter 300g im Oktober

    unter 400g im November

    unter 500g im Dezember

sollte ein Tier aufgenommen werden.

Igel stehen unter Naturschutz und dürfen nur aus der Natur entnommen und gefangen gehalten werden

bei:

a. Verletzungen

Sichtbare Verletzungen am Körper, auch Verkrustungen der Augen, Ohren und Bauch.

Sie tagelang in Gruben oder leeren Schwimmbecken ohne Wasser und Futter gefangen waren.

b. Krankheit

Igel zeigen bei Krankheit gewöhnlich abnorme Verhaltensweisen, wie beispielsweise umherirren und

Futtersuche tagsüber. Oftmals können sie nicht richtig laufen bei Verletzungen und Madenbefall oder

zeigen Stachel- oder Haarausfall. Kranke Igel rollen sich kaum ein, sind mager, (Einbuchtung hinter dem

Kopf, herausstehende Hüftknochen) apathisch und ihre Augen sind eingefallen, schlitzförmig.

Ausnahmen: Wenn im Garten oder Parks gearbeitet wird und Laubhaufen oder Holstapel entfernt

werden können Igel gestört werden. Auch durch z.B. Hunde oder Baumaßnahmen können Igelnester

zerstört werden, auch säugende Igelweibchen suchen tagsüber einen weiteren Schlafplatz außerhalb

des Aufzuchtnestes.

c. Herumlaufen bei Wintereinbruch und Dauerfrost

Diese Tiere können krank sein. Auch Alttiere oder Jungtiere, die im Herbst nicht genug Fettpolster

zugelegt haben findet man häufig tagsüber auf Futtersuche.

d. Verwaiste Igelbabys

Igeljunge mit noch geschlossenen Augen und Ohren die tagsüber im Freien angetroffen werden und sich

womöglich kühl anfühlen, sind mutterlos und nach eingehender Beobachtung der Umgebung umgehend

in eine Igelstation zu bringen, da sie besonderer Hilfe bedürfen.

Erstmaßnahmen beim Igelfund

* Pflegeprotokoll anlegen!

Genaue Fundstelle, Datum, Uhrzeit und Gewicht

Weiterhin Gewichtszunahme, Tierarztbesuche, Medikamente usw.

* Geschlechtsbestimmung

Bei Alttieren besonders wichtig, da es sich um säugende Muttertiere handeln kann. Der einzig sichtbare

Geschlechtsunterschied ist die Lage der Geschlechtsteile. Männchen haben etwa in der Bauchmitte

einen häutigen Knopf, den Penisaustritt. Weibchen haben beide Körperöffnungen eng zusammen unter

der Schwanzwurzel.

* Auf Verletzungen untersuchen

Hierzu muss man genau den Kopf , Bauchbereich und die Beine inspizieren.

* Aufwärmen von unterkühlten Tieren

Eine Unterkühlung besteht dann, wenn sich die Bauchseite kühler anfühlt als die eigene Hand. Das

unterkühlte Tier ist sofort auf eine Gummiwärmflasche zu setzen, die mit gut handwarmem Wasser

gefüllt und mit einem Frotteehandtuch (ohne Aufhänger, Löcher oder heraushängende Fäden –

Verletzungsgefahr) umwickelt ist. Mit einem weiteren Handtuch wird das Tier dann zugedeckt.

* Außenparasiten entfernen

Bei verletzten oder schwachen Tieren findet man in der warmen Jahreszeit oft Fliegeneier oder- Maden

in Wunden, aber auch in den Körperöffnungen (Ohren, Mund, After etc) die sofort und sehr sorgfältig

mit einer Pinzette entfernt werden müssen.

Fliegeneier sind weißliche, etwa 1,5mm lange aneinanderklebende Stäbchen, Fliegenmaden kleine

weißliche Würmchen.

Gegen Igelflöhe gibt es beim Tierarzt ein spezielles Spray (kein Puder verwenden!). Zecken werden mit

einer Pinzette gefasst und durch drehen und gleichzeitiges ziehen entfernt. (kein Öl, Klebstoff etc.

verwenden!)

Der Igel sollte nicht gebadet werden, da dies zusätzlich Streß verursacht.

* Tierarzt und/oder Igelstation aufsuchen

In jedem Fall sollte so bald wie möglich ein Tierarzt und/ oder eine Igelstation aufgesucht werden.

Verletzungen zu versorgen ist Sache des Tierarztes. Auch hilft er bei der Entfernung von Außen-,

Innenparasiten und geschwächten Tieren kann durch entsprechende Präparate geholfen werden.

Unterkunft und Nahrung allein helfen ihm nicht!

Pro Igel Hotline: 08382 – 3021 6023 6024 Faxabruf: 08382 - 3022

* Kot sammeln für Untersuchungen

Kotsammelgefäße können in unserer Praxis abgeholt werden. Es sollte Kot von 2 Tagen gesammelt

werden, da es ungegemein wichtig ist wie stark der Befall mit Darmparasiten ist.

* Ernährung der Igel

Igel sind Insektenfresser, doch in der Gefangenschaft soll man sie nicht mit Schnecken, Regenwürmern

etc. ernähren, weil diese Überträger von Innenparasiten sind. Die Ernährung eines Igelpfleglings muss

sich an der inhaltlichen Zusammensetzung der natürlichen Nahrung orientieren, also fett- und

eiweißreich sein.

Igel dürfen niemals einseitig ernährt werden. Für eine abwechslungsreiche Ernährung eignen sich als

Grundnahrungsmittel

    Katzen- oder Hundefutter

    Eier (als Rührei oder hartgekocht)

    Geflügel (gekocht)

    Hackfleisch (durchgegart)

Zum Anbraten empfiehlt sich Maiskeimöl, da es für den Igel günstige Komponenten enthält.

Für eine gute Verdauung unerlässlich – Ballaststoffe –

    Weizenkleie

    Haferflocken

    Igeltrockenfutter

Zusätzliche Vitamin- oder Mineralstoffabgabe sind nur nach tierärztlicher Verordnung sinnvoll. Die

erforderliche Nahrungsmenge hängt vom Körpergewicht und vom Gesundheitszustand eines Tieres ab.

Ein mittelgroßer Igel benötigt ca. 150 g Futter täglich, wobei der Maßstab für die richtige Futtermenge

die tägliche Gewichtszunahme (ca. 10g – 20g) g ist.

Gefüttert wird in der Regel nur einmal täglich, und zwar abends. Läuft jedoch ein offensichtlich

hungriges Tier tagsüber im Gehege herum, sollte es selbstverständlich Futter bekommen. Alle Speisen

bei Raumtemperatur anbieten, nicht herdwarm oder kühlschrankkalt.

Füttern sie keine Speisereste, nichts Süßes, nichts Gewürztes, kein Gemüse oder Obst, keine

Milchprodukte oder Nüsse. Zum ,,Zähneputzen“ gibt man1-2 mal pro Woche etwas gekochtes

Hühnerklein (Flügel, Hälse, Rücken) mit den Knochen aber ohne Haut, da Igel zu Zahnsteinansatz

neigen. Die im Handel angebotene Igeltrockenfutter ist nur als Beimischung, keinesfalls als Alleinfutter

geeignet.

* Getränk

Zu Trinken bekommt der Igel nur frisches Wasser. Das Wasser reicht man in kippsicheren, flachen

Porzellan- oder Glasschälchen.

Milch ist vom Igel wegen des Milchzuckers nicht verträglich und kann Durchfall, Darmentzündung und

Infektionen bewirken, die tödlich sein können.

* Gesunde Igel sofort wieder frei lassen

Hat der Tierarzt oder die Igelstation erkannt, das es sich bei dem aufgenommenen Tier um einen

gesunden Igel handelt, sollte er unverzüglich wieder an seinen Fundort bzw. in dessen Umgebung

zurückgebracht werden.

* Zwangsfütterung

Kranke und schwache Igel, die selbstständig keine Nahrung aufnehmen, müssen mit einer Einwegspritze

(natürlich ohne Nadel) ernährt werden. Dazu nimmt man den Igel in leicht sitzende Stellung und gibt

das Futter seitlich ins Mäulchen.

Als Nahrung eignet sich Hipp – Fleischzubereitung püriert (ab 4. Monat) oder Hill’s Prescription Diet

Canine/Feline a/d, welches sie in unserer Praxis bekommen, das mit Fenchel- oder Kamillentee

verdünnt wird. Kurzfristig kann man auch laktosearme gebrauchsfertige Katzenmilch füttern. Man gibt

ca. 4-5 mal täglich je 10-30ml. Im Gehege sollte aber auch immer normales Futter stehen, so das der

Igel jederzeit selbstständig Futter aufnehmen kann.

* Unterkunft

Ein Igelpflegling benötigt mindestens 2 qm Gehege, welches ausbruchsicher, d.h. ca. 45-50 cm

Seitenhöhe (Igel klettern sehr gut) haben sollte. Am besten geeignet sind Holz- oder Spanplatten. Das

Gehege sollte in einem gut belüfteten Raum ( ca. 18-20°C) mit Lichteinfall und normaler

Luftfeuchtigkeit gestellt werden. Den Boden legt man mit einigen Lagen Zeitungspapier aus. Jeden

Morgen sollte das Gehege gesäubert werden. Als Schlafhäuschen nimmt man einen ca. 30x30cm Karton

in den man seitliche Öffnungen von ca. 10x10cm schneidet welches als Schlupfloch dient, das

Schlafhäuschen wird mit reichlich zerknülltem Zeitungspapier (keine Lappen, Heu, Stroh oder Laub)

gefüllt. Es sollte 1-2 mal wöchentlich gewechselt werden.

* Winterschlaf

Wenn der Igel bei häuslicher Überwinterung ein ausreichendes Gewicht (Jungtier 600-700g) erreicht

hat und gesund ist, sollte ihm die Möglichkeit geboten werden Winterschlaf zu halten.

Das Schlafhaus sollte gut isoliert sein und das Gehege muss an einem kalten, wettergeschützten Ort

stehen. Die Umgebungsteperatur sollte möglichst der Aussenteperatur entsprechen ( weniger 6°C). Bei

mehr als 6°C Temperatur fällt der Igel lediglich in einen Kräfte zehrenden Dämmerschlaf, in dem er

weder fressen noch Winterschlaf halten kann. Auch Winterschläfer müssen kontrolliert werden, darum

befestigt man ein Stück Toilettenpapier vor dem Schlupfloch des Schlafhauses, so das man merkt ob der

Igel evtl. doch noch aktiv ist. Etwas Hunde- oder Katzenfutter sollte aber weiterhin im Gehege stehen,

falls der Igel doch aus dem Winterschlaf aufwacht.

* Aufwachphase und Auswilderung

Zwischen Ende März und Mitte April beendet der Igel meist seinen Winterschlaf und hat stark an

Gewicht verloren. Da er zu dieser Zeit jedoch nur wenig Futter findet und bei nochmaligem Frost wenig

Chancen hätte zu überleben, sollte er noch ca. 2-3 Wochen gefüttert werden. Die Auswilderung sollte

möglichst in den frühen Abendstunden erfolgen. Im Sinne des Naturschutzgesetzes und der

eingetretenen Fortpflanzungsperiode muss der Igel spätestens unmittelbar nach den Eisheiligen (Anfang

Mai) und möglichst am Fundort ausgesetzt werden.

©Tierarztpraxis Dr. Jörg Schwenke, Goethestr.6, 67227 Frankental 2017
Tierarztpraxis Dr. Jörg Schwenke

Der Igel

Pro Igel Hotline: Tel.: 08382 – 3021 6023 6024 Faxabruf: 08382 - 3022     

 Kleine Igelbiologie

Igel sind dämmerungs- und

nachtaktive Insektenfressende

Winterschläfer. Erwachsene Igel

haben eine Körperlänge von 24-28cm

und wiegen 800-1500g.

Ausgewachsene Igel haben rund 6000

bis 8000 Stacheln.

Sie haben einen hervorragenden

Geruchssinn, wodurch sie Artgenossen

und Nahrung finden. Das Gehör ist

ebenso sehr ausgeprägt und reicht

weit in den Ultraschallbereich hinein.

Ihr Sehvermögen ist dagegen nur

mäßig. Das Jacobsonsche Organ ist ein

zusätzliches Sinnesorgan. Trifft ein

Igel auf einen ihm unbekannten Stoff

oder Geruch, benagt und beriecht er

diesen bis schaumiger Speichel

entsteht. Danach spuckt er den

Speichel auf seinen Rücken.

Die Paarungszeit der Igel liegt

zwischen Mai und August. Nach einer

Tragezeit von 35 Tagen kommen etwa

4 Junge zur Welt, die ca. 12-25g

wiegen.

Im Winterschlaf liegt die Herztätigkeit

bei ca. 8 Schlägen pro Minute (sonst

180 Schl.p.M.), der Atem lediglich bei

3-4 mal pro Minute. (Sonst 40-50 mal

pro M.). Die Körpertemperatur sinkt

von 36 Grad auf 5 Grad, ist aber

immer höher als dir

Umgebungstemperatur.

Während des Winterschlafes verliert

ein Igel 20 bis 40% seines

Körpergewichts.

Die Lebenserwartung liegt

durchschnittlich bei 2-4 Jahren.

Nicht jeder Igel braucht Hilfe – aber

jede Hilfe muss richtig sein!

Igelfinder mögen sich bitte unbedingt

umgehend mit einem Tierarzt oder

Igelstation in Verbindung setzen um

fachkundigen Rat und medizinische

Hilfe einzuholen, damit Kranke oder

Verletzte Tiere nicht zu einem

qualvollen Tod verurteilt sind.

Nach § 20 des

Bundesnaturschutzgesetzes ist es

erlaubt, verletzte oder kranke Tiere

aufzunehmen und gesund zu pflegen.

Wenn es der Zustand der Tiere

erlaubt sind sie unverzüglich wieder

auszuwildern.

Ob ein Igel im Spätherbst

aufgenommen werden muss hängt

nicht nur von seinem Körpergewicht

ab.

Bei einem Körpergewicht von unter

    unter 300g im Oktober

    unter 400g im November

    unter 500g im Dezember

sollte ein Tier aufgenommen werden.

Igel stehen unter Naturschutz und

dürfen nur aus der Natur entnommen

und gefangen gehalten werden bei:

a. Verletzungen

Sichtbare Verletzungen am Körper,

auch Verkrustungen der Augen, Ohren

und Bauch.

Sie tagelang in Gruben oder leeren

Schwimmbecken ohne Wasser und

Futter gefangen waren.

b. Krankheit

Igel zeigen bei Krankheit gewöhnlich

abnorme Verhaltensweisen, wie

beispielsweise umherirren und

Futtersuche tagsüber. Oftmals können

sie nicht richtig laufen bei

Verletzungen und Madenbefall oder

zeigen Stachel- oder Haarausfall.

Kranke Igel rollen sich kaum ein, sind

mager, (Einbuchtung hinter dem Kopf,

herausstehende Hüftknochen)

apathisch und ihre Augen sind

eingefallen, schlitzförmig.

Ausnahmen: Wenn im Garten oder

Parks gearbeitet wird und Laubhaufen

oder Holstapel entfernt werden

können Igel gestört werden. Auch

durch z.B. Hunde oder

Baumaßnahmen können Igelnester

zerstört werden, auch säugende

Igelweibchen suchen tagsüber einen

weiteren Schlafplatz außerhalb des

Aufzuchtnestes.

c. Herumlaufen bei Wintereinbruch

und Dauerfrost

Diese Tiere können krank sein. Auch

Alttiere oder Jungtiere, die im Herbst

nicht genug Fettpolster zugelegt

haben findet man häufig tagsüber auf

Futtersuche.

d. Verwaiste Igelbabys

Igeljunge mit noch geschlossenen

Augen und Ohren die tagsüber im

Freien angetroffen werden und sich

womöglich kühl anfühlen, sind

mutterlos und nach eingehender

Beobachtung der Umgebung

umgehend in eine Igelstation zu

bringen, da sie besonderer Hilfe

bedürfen.

Erstmaßnahmen beim Igelfund

* Pflegeprotokoll anlegen!

Genaue Fundstelle, Datum, Uhrzeit

und Gewicht

Weiterhin Gewichtszunahme,

Tierarztbesuche, Medikamente usw.

* Geschlechtsbestimmung

Bei Alttieren besonders wichtig, da es

sich um säugende Muttertiere handeln

kann. Der einzig sichtbare

Geschlechtsunterschied ist die Lage

der Geschlechtsteile. Männchen

haben etwa in der Bauchmitte einen

häutigen Knopf, den Penisaustritt.

Weibchen haben beide

Körperöffnungen eng zusammen unter

der Schwanzwurzel.

* Auf Verletzungen untersuchen

Hierzu muss man genau den Kopf ,

Bauchbereich und die Beine

inspizieren.

* Aufwärmen von unterkühlten Tieren

Eine Unterkühlung besteht dann,

wenn sich die Bauchseite kühler

anfühlt als die eigene Hand. Das

unterkühlte Tier ist sofort auf eine

Gummiwärmflasche zu setzen, die mit

gut handwarmem Wasser gefüllt und

mit einem Frotteehandtuch (ohne

Aufhänger, Löcher oder

heraushängende Fäden –

Verletzungsgefahr) umwickelt ist. Mit

einem weiteren Handtuch wird das

Tier dann zugedeckt.

* Außenparasiten entfernen

Bei verletzten oder schwachen Tieren

findet man in der warmen Jahreszeit

oft Fliegeneier oder- Maden in

Wunden, aber auch in den

Körperöffnungen (Ohren, Mund, After

etc) die sofort und sehr sorgfältig mit

einer Pinzette entfernt werden

müssen.

Fliegeneier sind weißliche, etwa

1,5mm lange aneinanderklebende

Stäbchen, Fliegenmaden kleine

weißliche Würmchen.

Gegen Igelflöhe gibt es beim Tierarzt

ein spezielles Spray (kein Puder

verwenden!). Zecken werden mit

einer Pinzette gefasst und durch

drehen und gleichzeitiges ziehen

entfernt. (kein Öl, Klebstoff etc.

verwenden!)

Der Igel sollte nicht gebadet werden,

da dies zusätzlich Streß verursacht.

* Tierarzt und/oder Igelstation

aufsuchen

In jedem Fall sollte so bald wie

möglich ein Tierarzt und/ oder eine

Igelstation aufgesucht werden.

Verletzungen zu versorgen ist Sache

des Tierarztes. Auch hilft er bei der

Entfernung von Außen-,

Innenparasiten und geschwächten

Tieren kann durch entsprechende

Präparate geholfen werden.

Unterkunft und Nahrung allein helfen

ihm nicht!

Pro Igel Hotline: 08382 – 3021 6023

6024 Faxabruf: 08382 - 3022

* Kot sammeln für Untersuchungen

Kotsammelgefäße können in unserer

Praxis abgeholt werden. Es sollte Kot

von 2 Tagen gesammelt werden, da es

ungegemein wichtig ist wie stark der

Befall mit Darmparasiten ist.

* Ernährung der Igel

Igel sind Insektenfresser, doch in der

Gefangenschaft soll man sie nicht mit

Schnecken, Regenwürmern etc.

ernähren, weil diese Überträger von

Innenparasiten sind. Die Ernährung

eines Igelpfleglings muss sich an der

inhaltlichen Zusammensetzung der

natürlichen Nahrung orientieren, also

fett- und eiweißreich sein.

Igel dürfen niemals einseitig ernährt

werden. Für eine abwechslungsreiche

Ernährung eignen sich als

Grundnahrungsmittel

    Katzen- oder Hundefutter

    Eier (als Rührei oder hartgekocht)

    Geflügel (gekocht)

    Hackfleisch (durchgegart)

Zum Anbraten empfiehlt sich

Maiskeimöl, da es für den Igel

günstige Komponenten enthält.

Für eine gute Verdauung unerlässlich

– Ballaststoffe –

    Weizenkleie

    Haferflocken

    Igeltrockenfutter

Zusätzliche Vitamin- oder

Mineralstoffabgabe sind nur nach

tierärztlicher Verordnung sinnvoll.

Die erforderliche Nahrungsmenge

hängt vom Körpergewicht und vom

Gesundheitszustand eines Tieres ab.

Ein mittelgroßer Igel benötigt ca. 150

g Futter täglich, wobei der Maßstab

für die richtige Futtermenge die

tägliche Gewichtszunahme (ca. 10g –

20g) g ist.

Gefüttert wird in der Regel nur

einmal täglich, und zwar abends.

Läuft jedoch ein offensichtlich

hungriges Tier tagsüber im Gehege

herum, sollte es selbstverständlich

Futter bekommen. Alle Speisen bei

Raumtemperatur anbieten, nicht

herdwarm oder kühlschrankkalt.

Füttern sie keine Speisereste, nichts

Süßes, nichts Gewürztes, kein

Gemüse oder Obst, keine

Milchprodukte oder Nüsse. Zum

,,Zähneputzen“ gibt man1-2 mal pro

Woche etwas gekochtes Hühnerklein

(Flügel, Hälse, Rücken) mit den

Knochen aber ohne Haut, da Igel zu

Zahnsteinansatz neigen. Die im

Handel angebotene Igeltrockenfutter

ist nur als Beimischung, keinesfalls als

Alleinfutter geeignet.

* Getränk

Zu Trinken bekommt der Igel nur

frisches Wasser. Das Wasser reicht

man in kippsicheren, flachen

Porzellan- oder Glasschälchen.

Milch ist vom Igel wegen des

Milchzuckers nicht verträglich und

kann Durchfall, Darmentzündung und

Infektionen bewirken, die tödlich sein

können.

* Gesunde Igel sofort wieder frei

lassen

Hat der Tierarzt oder die Igelstation

erkannt, das es sich bei dem

aufgenommenen Tier um einen

gesunden Igel handelt, sollte er

unverzüglich wieder an seinen

Fundort bzw. in dessen Umgebung

zurückgebracht werden.

* Zwangsfütterung

Kranke und schwache Igel, die

selbstständig keine Nahrung

aufnehmen, müssen mit einer

Einwegspritze (natürlich ohne Nadel)

ernährt werden. Dazu nimmt man den

Igel in leicht sitzende Stellung und

gibt das Futter seitlich ins Mäulchen.

Als Nahrung eignet sich Hipp –

Fleischzubereitung püriert (ab 4.

Monat) oder Hill’s Prescription Diet

Canine/Feline a/d, welches sie in

unserer Praxis bekommen, das mit

Fenchel- oder Kamillentee verdünnt

wird. Kurzfristig kann man auch

laktosearme gebrauchsfertige

Katzenmilch füttern. Man gibt ca. 4-5

mal täglich je 10-30ml. Im Gehege

sollte aber auch immer normales

Futter stehen, so das der Igel

jederzeit selbstständig Futter

aufnehmen kann.

* Unterkunft

Ein Igelpflegling benötigt mindestens

2 qm Gehege, welches

ausbruchsicher, d.h. ca. 45-50 cm

Seitenhöhe (Igel klettern sehr gut)

haben sollte. Am besten geeignet sind

Holz- oder Spanplatten. Das Gehege

sollte in einem gut belüfteten Raum (

ca. 18-20°C) mit Lichteinfall und

normaler Luftfeuchtigkeit gestellt

werden. Den Boden legt man mit

einigen Lagen Zeitungspapier aus.

Jeden Morgen sollte das Gehege

gesäubert werden. Als Schlafhäuschen

nimmt man einen ca. 30x30cm Karton

in den man seitliche Öffnungen von

ca. 10x10cm schneidet welches als

Schlupfloch dient, das Schlafhäuschen

wird mit reichlich zerknülltem

Zeitungspapier (keine Lappen, Heu,

Stroh oder Laub) gefüllt. Es sollte 1-2

mal wöchentlich gewechselt werden.

* Winterschlaf

Wenn der Igel bei häuslicher

Überwinterung ein ausreichendes

Gewicht (Jungtier 600-700g) erreicht

hat und gesund ist, sollte ihm die

Möglichkeit geboten werden

Winterschlaf zu halten.

Das Schlafhaus sollte gut isoliert sein

und das Gehege muss an einem

kalten, wettergeschützten Ort

stehen. Die Umgebungsteperatur

sollte möglichst der Aussenteperatur

entsprechen ( weniger 6°C). Bei mehr

als 6°C Temperatur fällt der Igel

lediglich in einen Kräfte zehrenden

Dämmerschlaf, in dem er weder

fressen noch Winterschlaf halten

kann. Auch Winterschläfer müssen

kontrolliert werden, darum befestigt

man ein Stück Toilettenpapier vor

dem Schlupfloch des Schlafhauses, so

das man merkt ob der Igel evtl. doch

noch aktiv ist. Etwas Hunde- oder

Katzenfutter sollte aber weiterhin im

Gehege stehen, falls der Igel doch aus

dem Winterschlaf aufwacht.

* Aufwachphase und Auswilderung

Zwischen Ende März und Mitte April

beendet der Igel meist seinen

Winterschlaf und hat stark an Gewicht

verloren. Da er zu dieser Zeit jedoch

nur wenig Futter findet und bei

nochmaligem Frost wenig Chancen

hätte zu überleben, sollte er noch ca.

2-3 Wochen gefüttert werden. Die

Auswilderung sollte möglichst in den

frühen Abendstunden erfolgen. Im

Sinne des Naturschutzgesetzes und

der eingetretenen

Fortpflanzungsperiode muss der Igel

spätestens unmittelbar nach den

Eisheiligen (Anfang Mai) und möglichst

am Fundort ausgesetzt werden.

Eu esse eiusmod, reprehenderit

occaecat dolor

Minim dolore in ex in eu est duis id eiusmod dolore. Minim in incididunt id qui velit consectetur in officia do. Nostrud duis sit proident irure anim amet, eiusmod ex labore, pariatur, eiusmod cupidatat non pariatur proident est. Excepteur fugiat ut reprehenderit ea dolore occaecat aliqua. Et elit, velit quis exercitation, do dolor lorem nostrud esse veniam dolor enim dolor quis voluptate nisi ex. Deserunt, officia voluptate. Reprehenderit, consequat officia velit. Eiusmod aliqua id ipsum fugiat, voluptate qui in. Adipisicing sit pariatur commodo tempor. Esse lorem consectetur nisi ullamco commodo esse nostrud consectetur, anim aliquip eu, consequat ea dolore et.